+49 (0) 911 5874137 [email protected]

Hyperhidrose – Ursachen, Symptome und Behandlung bei übermäßigem Schwitzen

Hyperhidrose bezeichnet eine übermäßige Schweißproduktion, die über das zur Regulierung der Körpertemperatur erforderliche Maß hinausgeht. Betroffene schwitzen häufig stark an den Händen, Füßen, Achseln oder im Gesicht – teilweise auch ohne körperliche Anstrengung oder hohe Außentemperaturen.

Übermäßiges Schwitzen kann den Alltag erheblich beeinträchtigen. Feuchte Hände, Schweißflecken auf der Kleidung oder unangenehme Situationen im Beruf und im sozialen Umfeld können zu Unsicherheit und psychischer Belastung führen.

Medizinisch wird zwischen einer primären Hyperhidrose, bei der keine andere Erkrankung als Ursache festgestellt wird, und einer sekundären Hyperhidrose, die beispielsweise im Zusammenhang mit Erkrankungen oder Medikamenten auftreten kann, unterschieden.

Zur Behandlung stehen verschiedene medizinische Verfahren zur Verfügung. Manche Betroffene interessieren sich ergänzend auch für naturheilkundliche Ansätze wie Akupunktur und Traditionelle Chinesische Medizin (TCM).

Was ist Hyperhidrose?

Schwitzen ist eine natürliche und lebenswichtige Funktion des Körpers. Über die Verdunstung von Schweiß wird überschüssige Wärme abgegeben, wodurch die Körpertemperatur reguliert werden kann.

Die Aktivität der Schweißdrüsen wird über das vegetative Nervensystem gesteuert. Dabei spielt insbesondere der sympathische Anteil des Nervensystems eine wichtige Rolle.

Bei einer Hyperhidrose ist die Schweißproduktion übermäßig stark. Sie kann auf einzelne Körperregionen begrenzt sein oder größere Teile des Körpers betreffen.

Welche Formen der Hyperhidrose gibt es?

Primäre fokale Hyperhidrose

Die primäre fokale Hyperhidrose beginnt häufig bereits in der Kindheit, Jugend oder im jungen Erwachsenenalter.

Typischerweise sind bestimmte Körperregionen betroffen, beispielsweise:

  • Achselhöhlen – axilläre Hyperhidrose

  • Handflächen – palmare Hyperhidrose

  • Fußsohlen – plantare Hyperhidrose

  • Gesicht und Kopf – kraniofaziale Hyperhidrose

Die Beschwerden treten häufig beidseitig und annähernd symmetrisch auf. Während des Schlafs lässt das Schwitzen bei dieser Form normalerweise deutlich nach.

Eine familiäre Veranlagung kann eine Rolle spielen.

Sekundäre Hyperhidrose

Bei der sekundären Hyperhidrose ist das übermäßige Schwitzen Folge oder Begleiterscheinung einer anderen Ursache.

Mögliche Auslöser sind unter anderem:

  • Schilddrüsenüberfunktion

  • Hormonelle Veränderungen, beispielsweise in den Wechseljahren

  • Unterzuckerung bei Diabetes mellitus

  • Infektionen und fieberhafte Erkrankungen

  • Bestimmte neurologische Erkrankungen

  • Medikamente, beispielsweise einzelne Antidepressiva

  • Weitere internistische Erkrankungen

Bei dieser Form kann das Schwitzen auch den gesamten Körper betreffen und während der Nacht auftreten.

Welche Symptome treten bei Hyperhidrose auf?

Das wichtigste Symptom ist eine auffällig starke Schweißproduktion, die nicht ausreichend durch Wärme, Bewegung oder andere gewöhnliche Auslöser erklärt werden kann.

Typische Beschwerden sind:

  • Starkes Schwitzen unter den Achseln

  • Dauerhaft feuchte oder nasse Handflächen

  • Starkes Schwitzen an den Füßen

  • Schweißbildung an Stirn, Gesicht oder Kopfhaut

  • Sichtbare Schweißflecken auf der Kleidung

  • Schwierigkeiten beim Schreiben, Händeschütteln oder Umgang mit Gegenständen

  • Hautreizungen und aufgeweichte Haut durch anhaltende Feuchtigkeit

  • Unsicherheit und Vermeidung bestimmter sozialer Situationen

Die Beschwerden können unterschiedlich stark ausgeprägt sein und im Tagesverlauf schwanken.

Was sind die Ursachen für übermäßiges Schwitzen?

Die Ursachen hängen wesentlich davon ab, ob eine primäre oder sekundäre Hyperhidrose vorliegt.

Überaktivität der Schweißdrüsensteuerung

Bei der primären Hyperhidrose liegt vermutlich eine veränderte Regulation der Schweißproduktion durch das sympathische Nervensystem vor.

Die Schweißdrüsen selbst sind dabei normalerweise nicht krankhaft verändert. Vielmehr erhalten sie übermäßig starke Signale zur Schweißabgabe.

Genetische Veranlagung

Eine familiäre Häufung wird bei einem Teil der Betroffenen beobachtet. Dies spricht dafür, dass genetische Faktoren zur Entstehung beitragen können.

Hormonelle Veränderungen

Hormonschwankungen, beispielsweise während der Wechseljahre, können mit verstärktem Schwitzen oder Hitzewallungen verbunden sein.

Auch Schilddrüsenerkrankungen können die Schweißproduktion beeinflussen.

Medikamente und Erkrankungen

Verschiedene Medikamente und internistische Erkrankungen können übermäßiges Schwitzen verursachen.

Besonders bei neu auftretendem, generalisiertem oder nächtlichem Schwitzen ist eine medizinische Abklärung wichtig.

Hyperhidrose und Stress – welche Zusammenhänge bestehen?

Stress, Aufregung und emotionale Belastungen können die Schweißproduktion verstärken.

Dabei aktiviert das vegetative Nervensystem unter anderem die Schweißdrüsen an Händen, Füßen und Achseln.

Bei Menschen mit Hyperhidrose kann daraus ein belastender Kreislauf entstehen: Die Sorge vor sichtbarem Schwitzen erhöht die Anspannung, wodurch wiederum die Schweißproduktion zunehmen kann.

Stress ist jedoch nicht grundsätzlich die Ursache einer Hyperhidrose. Auch Menschen ohne psychische Belastungen können an einer ausgeprägten primären Hyperhidrose leiden.

Entspannungsverfahren und psychologische Begleitung können bei Bedarf helfen, mit der emotionalen Belastung und sozialen Unsicherheit umzugehen.

Wie wird Hyperhidrose diagnostiziert?

Die Diagnose erfolgt anhand der Krankengeschichte, der typischen Beschwerden und einer körperlichen Untersuchung.

Wichtige Fragen betreffen den Beginn, die Häufigkeit, die betroffenen Körperregionen und mögliche Begleitsymptome.

Kriterien einer primären Hyperhidrose

Hinweise auf eine primäre fokale Hyperhidrose sind:

  • Wiederkehrendes, übermäßiges Schwitzen über mindestens sechs Monate

  • Beidseitige und annähernd symmetrische Beschwerden

  • Mindestens eine Schweißepisode pro Woche

  • Beginn häufig vor dem 25. Lebensjahr

  • Familiäre Häufung

  • Beeinträchtigung im Alltag

  • Kein typisches Auftreten während des Schlafs

Für die Diagnose müssen nicht sämtliche Merkmale gleichzeitig vorliegen.

Weitere Untersuchungen

Wenn eine sekundäre Ursache vermutet wird, können Blutuntersuchungen oder weitere medizinische Untersuchungen notwendig sein.

Zur Beurteilung der Schweißverteilung kann beispielsweise der Jod-Stärke-Test nach Minor eingesetzt werden.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Hyperhidrose?

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache, den betroffenen Körperregionen und dem individuellen Leidensdruck.

Antitranspirantien mit Aluminiumsalzen

Bei leichter bis mittelschwerer fokaler Hyperhidrose werden häufig spezielle Antitranspirantien mit Aluminiumchlorid eingesetzt.

Sie vermindern vorübergehend die Schweißabgabe. Mögliche Nebenwirkungen sind Hautreizungen oder Brennen.

Leitungswasser-Iontophorese

Die Leitungswasser-Iontophorese wird insbesondere bei starkem Schwitzen an Händen und Füßen eingesetzt.

Dabei werden die betroffenen Körperregionen in Wasserbädern einem schwachen elektrischen Strom ausgesetzt. Bei regelmäßiger Anwendung kann die Schweißproduktion reduziert werden.

Botulinumtoxin-Behandlung

Botulinumtoxin kann die Signalübertragung zwischen Nerven und Schweißdrüsen vorübergehend hemmen.

Die Methode wird insbesondere bei ausgeprägter axillärer Hyperhidrose eingesetzt. Die Wirkung ist zeitlich begrenzt, sodass gegebenenfalls Wiederholungsbehandlungen erforderlich sind.

Medikamente

Bei bestimmten Formen der Hyperhidrose können ärztlich verordnete anticholinerge Medikamente infrage kommen.

Da diese Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit, Verstopfung oder Sehstörungen verursachen können, ist eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlich.

Operative und apparative Verfahren

Bei schweren, therapieresistenten Verläufen können weitere Verfahren wie lokale Eingriffe an den Schweißdrüsen oder in ausgewählten Fällen eine operative Unterbrechung bestimmter sympathischer Nervenbahnen erwogen werden.

Solche Maßnahmen erfordern eine spezialisierte Beratung, da teilweise erhebliche Nebenwirkungen auftreten können, beispielsweise kompensatorisches Schwitzen an anderen Körperregionen.

Hyperhidrose aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM)

Die Traditionelle Chinesische Medizin betrachtet körperliche Beschwerden innerhalb eines eigenen traditionellen Erklärungsmodells.

Übermäßiges Schwitzen kann in der TCM beispielsweise mit Konzepten wie Qi-Mangel, Yin-Mangel, innerer Hitze oder einer gestörten Regulation der Körperoberfläche in Verbindung gebracht werden.

Dabei wird unter anderem zwischen Schwitzen am Tag, nächtlichem Schwitzen und emotional ausgelösten Beschwerden unterschieden.

Diese Begriffe gehören zur traditionellen chinesischen Krankheitslehre und entsprechen nicht den wissenschaftlich nachgewiesenen Ursachen der Hyperhidrose.

Akupunktur bei Hyperhidrose und starkem Schwitzen

Akupunktur wird innerhalb der TCM auch bei Beschwerden angeboten, die mit einer veränderten Schweißregulation verbunden sind.

Die Auswahl der Akupunkturpunkte erfolgt anhand einer individuellen Befunderhebung und traditioneller diagnostischer Gesichtspunkte.

Für die Behandlung der Hyperhidrose durch Akupunktur liegen bislang keine ausreichend belastbaren wissenschaftlichen Nachweise vor, um eine zuverlässige Wirksamkeit zu bestätigen.

Akupunktur sollte deshalb als ergänzendes naturheilkundliches Verfahren und nicht als Ersatz für eine notwendige medizinische Diagnostik oder nachweislich wirksame Behandlung verstanden werden.

Weitere Informationen bietet die Behandlungsseite Akupunktur bei Hyperhidrose in Nürnberg.

Was hilft im Alltag gegen starkes Schwitzen?

Neben der medizinischen Behandlung können verschiedene Maßnahmen den Umgang mit übermäßigem Schwitzen erleichtern.

Dazu gehören:

  • Atmungsaktive Kleidung und geeignete Materialien

  • Regelmäßiger Wechsel stark durchfeuchteter Kleidung

  • Sorgfältige Hautpflege zur Vermeidung von Reizungen

  • Individuelles Beobachten möglicher Auslöser wie scharfer Speisen oder Alkohol

  • Geeignete Antitranspirantien

  • Stressbewältigung und Entspannungsübungen bei emotional ausgelösten Beschwerden

Diese Maßnahmen können den Alltag erleichtern, beseitigen jedoch nicht zwangsläufig die Ursache einer Hyperhidrose.

Wann sollte übermäßiges Schwitzen ärztlich abgeklärt werden?

Eine ärztliche Untersuchung ist besonders dann ratsam, wenn starkes Schwitzen neu auftritt, sich plötzlich verändert oder den gesamten Körper betrifft.

Auch ausgeprägtes Nachtschweißgeschehen, ungewollter Gewichtsverlust, Fieber oder andere Allgemeinsymptome sollten medizinisch untersucht werden.

Bei starkem Schwitzen zusammen mit Brustschmerzen, Atemnot, Ohnmacht oder anderen akuten Beschwerden ist sofortige medizinische Hilfe erforderlich.

Hyperhidrose und Akupunktur in Nürnberg – Beratung im Heilzentrum Helios

Im Heilzentrum Helios in Nürnberg bietet Heilpraktiker Markus Ritz Akupunktur und Traditionelle Chinesische Medizin als ergänzende naturheilkundliche Verfahren an.

Im Rahmen eines persönlichen Gesprächs können die bestehenden Beschwerden, mögliche Einflussfaktoren und bereits erfolgte medizinische Untersuchungen besprochen werden.

Bei neu aufgetretenem oder ungewöhnlich starkem Schwitzen ist eine ärztliche Abklärung möglicher zugrunde liegender Erkrankungen wichtig.

Dies könnte Sie auch interessieren:

Datenschutz-Übersicht
Logo Heilzentrum Helios

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.

Unbedingt notwendige Cookies

Unbedingt notwendige Cookies sollten jederzeit aktiviert sein, damit wir deine Einstellungen für die Cookie-Einstellungen speichern können.

Analyse

Diese Website verwendet Google Analytics 4, um statistische Informationen über die Nutzung unserer Website zu erfassen. Google Analytics wird nur aktiviert, wenn Sie dieser Kategorie zustimmen. Ihre Einwilligung können Sie jederzeit über die Cookie-Einstellungen ändern oder widerrufen.

Diesen Cookie aktiviert zu lassen, hilft uns, unsere Website zu verbessern.

Webanalyse mit Matomo

Diese Website verwendet zusätzliche Cookies, um Nutzungsdaten über Matomo lokal zu erfassen. Hierbei wird kein Drittanbieter kontaktiert.